Südkurier: SPD-Mitglieder gegen Pumpspeicherwerk

Presseecho

Von Amts wegen ist der Bad Säckinger Stadtförster Gabriel Hieke zu absoluter Neutalität verpflichtet. Doch die Daten, die er vor den rund 35 Mitgliedern der SPD-Ortsvereine Bad Säckingen und Wehr bei einer Wanderung zum geplanten Pumpspeicherwerk des Schluchseewerks nannte, wirkten wie eingeschlagene Pflöcke.

Bad Säckingen – Von Amts wegen ist der Bad Säckinger Stadtförster Gabriel Hieke zu absoluter Neutralität verpflichtet. Doch die Daten, die er vor den rund 35 Mitgliedern der SPD-Ortsvereine Bad Säckingen und Wehr bei einer Wanderung zum geplanten unteren Speichersee des Schluchseewerks nannte, wirkten wie eingeschlagene Pflöcke.

„Ganz da oben“, erklärte Hieke am Rande des Sportplatzes in Brennet mit dem Finger rechts und links des Haselbachtals ans obere Ende der Hügelkette zeigend, „ganz da oben ist die Dammkrone“. Eine 520 Meter breite Staumauer, 70 Meter hoch und 50 Meter in die Tiefe des Erdbodens reichend, bei einer Beckenlänge zwischen Sportplatz Brennet und Bad Säckinger Wildgehege von 1,2 Kilometer und einer maximalen Beckenbreite von 600 Meter auf einer Fläche so groß wie 50 Fußballfelder, bei einer Wassersäule von 45 Meter bei Höchststand. Dazu der Bau einer Entwässerungsleitung mit einem Durchmesser von drei Meter Richtung Wallbach und Rhein: Diese Fakten-Kaskade und der Anblick der gerade grün gewordenen Natur verstärkten die ohnehin vorhandene Skepsis bei den Wanderern.

Die Ortsvorsitzenden Karin Kaiser (Wehr), Hidir Gürakar (Bad Säckingen) und die Kreisvorsitzende und Kreisrätin Rita Schwarzelühr-Sutter drückten sich noch recht vorsichtig aus. Gürakar: „Wir sind im Meinungsbildungsprozess. Wir suchen eine geschlossene Haltung von Ortsverein, Kreisverband und Mitbürgern.“ Schwarzelühr-Sutter: „Das Pumpspeicherwerk muss Bedingungen erfüllen, zum Beispiel für erneuerbare Energien, für die Natur und die Umwelt.“ Karin Kaiser: „Beim Bau wird Wehr die Hauptbelastung tragen.“

Dagegen zeigten einige der Mitwanderer ihre glasklare Gegnerschaft zum Pumpspeicherwerk deutlich. Die Angestellte Christine Kurtz: „Es ist fürchterlich. Ich laufe seit vier bis fünf Jahren am Bergsee. Das verschwindet alles.“ Der Arzt Johannes Bauer: „Für mich war es wichtig, das Tal zu sehen und die Dimension zu begreifen. Das muss jeder Bad Säckinger erleben.“ Als Gegner zeigten sich auch Fraktionssprecher Ulrich Schoo („Das Floriansprinzip gilt hier nicht, weil hier bereits 25 Prozent der Pumpspeicherkapazität für ganz Deutschland vorhanden ist.“) und Stadtrat Ernesto Mattivi: „Was haben wir davon?“

Zurück zu Stadtförster Gabriel Hieke: Er schilderte die Bedeutung des Waldes im Haselbachtal und am Bergsee als Naherholungsgebiet, als Wasserschutzwald, der für die Heilquellen wichtig ist, als Klimaschutzwald und als Immissionsschutzwald gegen die B 34 und die Bahnlinie. Hieke: „Diese Funktionen fallen alle weg. Auch die Fläche fehlt später.“ Doch es gibt jemanden, der das Becken verhindern könnte: die im Haselbachtal beheimatete Mopsfledermaus.

 
 

WebsoziCMS 3.9.9 - 004283173 -