Der Südkurier zur Wahl der Bürgermeisterstellvertreter

Presseecho

Das Tauziehen um die Besetzung der Bürgermeisterstellvertreter-Posten in Bad Säckingen ist beendet. Nach langen Diskussionen hinter den Kulissen haben sich die Parteien geeinigt auf Wolfgang Lücker, Hidir Gürakar und Alfons Döbele. Umstritten war Hidir Gürakar von der SPD. Er musste sechs Gegenstimmen hinnehmen. Mit der Einigung im Vorfeld haben die Fraktionen einen Eklat vermieden.
Tauziehen hinter den Kulissen: Über die Besetzung der Posten der stellvertretenden Bürgermeister wurde in der Sommerpause gerungen. Lücker und Döbele waren unumstritten, Gürakar kassierte sechs Gegenstimmen.

Bad Säckingen – Der Bad Säckinger Gemeinderat hat die Kurve doch noch gekriegt und am Montag in öffentlicher Sitzung die Stellvertreter von Bürgermeister Martin Weissbrodt bestimmt. Neben dem ersten Vize Wolfgang Lücker (CDU) und dem dritten Vize Alfons Döbele (FDP) hat die SPD nun doch Hidir Gürakar als zweiten Bürgermeisterstellvertreter durchgedrückt. Hidir Gürakar war im Vorfeld umstritten. Der SPD-Kandidat war bei der geheimen Abstimmung im Gemeinderat denn auch der einzige mit Gegenstimmen. Lücker und Döbele wurden einstimmig gewählt, Gürakar kassierte sechs Nein-Stimmen. Beobachter sagen, die Stimmen seien aus mehreren Fraktionen gekommen.
Die SPD hatte von Beginn an nach der bisher üblichen Praxis den zweiten Stellvertreterposten für ihre Fraktion beansprucht und ihren Vorsitzenden Gürakar ins Rennen geschickt. Ihm fehlte es allerdings an überparteilicher Akzeptanz, weshalb die Frage der Besetzung der Posten während der gesamten Sommerpause schwelte. In kommunalpolitischen Kreisen wird Gürakar vorgeworfen, er blicke zu oft durch die parteipolitische Brille. Ein Stellvertreter des Bürgermeisters müsse jedoch eine gewisse Überparteilichkeit gewährleisten. Dennoch führten die „nicht ganz unkomplizierten Diskussionen im Vorfeld“, wie es Bürgermeister Martin Weissbrodt am Montag im Gemeinderat nannte, dann doch noch zum Erfolg. Das Gremium einigte sich in der Sitzung auf die drei Kandidaten - auch um einen Eklat zu vermeiden. Denn Kritikers Gürakars hatten wegen dessen türkischer Herkunft außerdem befürchtet, sie würden im Falle eine Ablehnung am Ende noch als ausländerfeindlich gelten.
 
Dem Bürgermeister jedenfalls war die Erleichterung nach den Abstimmungen anzumerken. „Es sah so aus als ob wir auf eine Klippe auflaufen“, sagte er, „aber der Gemeinderat war reif genug, sie zu umschiffen.“
Im Zuge einer Satzungsänderung wurde am Montagabend auch wieder der Posten des dritten Bürgermeisterstellvertreters wieder eingeführt, der nun an die FDP geht. Er wird besetzt von Alfons Döbele. Döbele war im Vorfeld als Gegenkandidat zu Gürakar gehandelt worden, hatte jedoch eine Kampfkandidatur abgelehnt. Der Gemeinderat war sich zudem einig, dass künftig bei der Wahl der Stellvertreter andere Kriterien als der Parteienproporz gelten sollen

 
 

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