Winkler und Binding bei der SPD Säckingen zur Finanzmarktkrise

Landespolitik

In seiner Begrüßung anlässlich der Veranstaltung in Säckingen zum Thema "Wie sicher ist unser Geld? Finanzmarkt im Umbruch" stellte der Vorsitzende der SPD Säckingen Hidir Gürakar - den Begriff Verständlichkeit und Transparenz in den Mittelpunkt. Diese beiden Grundsätze seien in der Bankenwelt offensichtlich verloren gegangen und so verband er die Hoffnung auf einen spannenden Abend mit Alfred Winkler, Landtagsabgeordneter und Lothar Binding, Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion mit dem Wunsch, komplizierte Begriffe aus der Bankenwelt verständlich dargestellt zu bekommen. Eine Hoffnung die sich erfüllen sollte.

Zunächst sollte die Entstehung und der Verlauf der Finanzkrise und die Stabilität des Euro erläutert werden. "Den Weg aus der Krise und Möglichkeiten aktiver Krisenprävention sind nicht denkbar ohne Hintergründe und Ursachen der Krise verstanden zu haben", so Alfred Winkler in seiner Einführung.
Der Neoliberalismus sei erwiesenermaßen gescheitert und rufe nun nach dem Staat. Das mache deutlich, „wie groß die Selbstzerstörungskräfte des Kapitalismus werden können, wenn sie soziale Komponente fehle“, so Winkler, der anschließend fragte, ob der Staat nicht mehr machen wolle und könne, als den Krisen am Finanzplatz hinterherzulaufen.
Die aktuelle Finanzmarktkrise habe ihren Ursprung in einer leichtfertigen Kreditvergabe, unübersichtlichen Finanzmarktprodukten und der Missachtung von Regeln wie "Basel Zwei" in den USA genommen", so die Einleitung des SPD Landtagsabgeordneten Alfred Winkler, der sich freute, dass Lothar Binding, der Gast aus Heidelberg, diese Analyse teilte. Insbesondere das unverantwortliche Verhalten des Risikomanagements und der Mangel an internen Kontrollen in den Banken habe schockiert.
Binding erläutert zunächst die Grundlagen eines jeden Kreditgeschäfts mit der Bank. Sowohl Basel 1 und Basel 2, wie auch der letztens verabschiedete Konsens Basel 3 fanden in den Ausfrührungen Bindings Platz. In einem regen Austausch mit den Zuhörern entstand so das Bild der gegenwärtigen Finanzwelt. Von der Blase in Amerika bis zu realen Auswirkungen vor Ort blieb so kein Thema unangetastet.
Dabei fügte Binding an, dass noch immer aktuelle Finanzmarktkrise von interessierter Seite gern in einen Zusammenhang gestellt wird mit dem Versagen der Politik, der staatlichen Finanzmarktaufsicht (BaFin) und dem Scheitern der öffentlichen Banken. „Wir erleben jetzt hässliche Seite des Turbokapitalismus, eine freizügige Form der Marktwirtschaft, nach angelsächsischem Vorbild. Die Kanzlerin habe die Krise als eine harmlose wirtschaftliche Grippe missverstanden und meine, es könne nach den erfolgreichen staatlichen Rettungsmaßnahmen so weiter gehen wie zuvor“, so der Bundestagsabgeordnete Binding weiter.
Trotz oder besser wegen der „rauchender Köpfe“ über Basel I bis III, Verbriefung, toxische Produkte, Liquiditäts-- und Insolvenzkrise und einer gelungenen Diskussion bedankte sich Karin Rehbock-Zureich, noch vor kurzem Bindings Kollegin im Bundestag, abschließend für den so informativen wie kurzweiligen Vortrag und überreichte einen edlen Tropfen aus dem Keller Alfred Winklers, nicht nur MdL, auch Winzer in Herten, als Dankeschön.

 
 

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