Schnelle Kurskorrekturen bei Euro-Hilfspaketen

Europa

EU-Finanzminister lavieren und taktieren Europa ins Abseits

Die Schuldenkrise in Griechenland, Irland und Portugal wird immer mehr
auch zu einer politischen Krise Europas. Das zeigt der Gipfel der EUWirtschafts-
und Finanzminister am heutigen Dienstag in Brüssel. "Gerade in
kritischen Situationen erwarten die Menschen und Märkte eigentlich
entschlossenes und abgestimmtes Handeln. Von Seiten des Rates der EU
erhalten sie aber lediglich widersprüchliche und zögerliche Aussagen. Den
Regierungen ist nicht nur der gemeinsame Kompass abhanden gekommen,
es scheint als fehle ihnen derzeit leider schlichtweg eine tragfähige und
langfristig erfolgreiche Antwort auf die aktuellen Herausforderungen.
Momentan haben stattdessen wieder mannigfaltige Spekulationen
Hochkonjunktur und sorgen damit noch für eine Verschärfung der Situation.
Verantwortungsvolles Krisenmanagement sieht anders aus", kritisiert der
baden-württembergische SPD-Europaabgeordnete Peter SIMON. Von der
Bundesregierung und den übrigen Mitgliedstaaten fordert das Mitglied im
Ausschuss für Wirtschaft und Währung deshalb dringende Kurskorrekturen
bei den Hilfspaketen und der Reform der Eurozone.
"Die derzeitige Ausgestaltung der Hilfspakete erschwert effektive
Hilfsmaßnahmen", betont Peter SIMON. Der Rückführung der
Staatsverschuldung müsse ohne Zweifel hohe Priorität eingeräumt werden.
"Mit der Privatisierung von Staatseigentum allein ist es hier nicht getan. Die
Schuldenberge können nur dann nachhaltig abgebaut werden, wenn die
Strukturreformen mit neuen Wachstumsimpulsen verknüpft werden. Es gilt
daher, neue Wachstumsfelder zu identifizieren und diese auch mit Hilfe der
Strukturfonds sowie der Europäischen Investitionsbank gezielt zu fördern",
so Peter SIMON weiter.
Mit Blick auf die Ratsdebatte zur Restrukturierung der Staatsschulden
plädiert Peter SIMON für eine Senkung der Zinsbelastung der Krisenstaaten.
Zudem spricht er sich für die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds
(EWF) aus: „Neben der Bereitstellung des institutionellen Know-Hows für die
Verhandlungen mit den Gläubigern könnte der Europäische Währungsfonds
u. a. helfen, Leistungsbilanzunterschiede im Zaum zu halten und mit der
Ausgabe von Eurobonds betraut werden. Die Bundesregierung muss endlich
ihren Widerstand gegen einen Europäischen Währungsfonds aufgeben.“
Für weitere Informationen: Büro Simon +32 228 47558

 
 

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