Die drohende Schliessung der Papierfabrik trifft uns alle in dieser Region tief ins Mark. Vielen ist dieses Thema vielleicht noch nicht so ins Bewusst sein gerückt wie es sollte, da einige von uns noch im Urlaub sind oder wir denken das Albbruck gute 30 Kilometer von uns entfernt liegt.
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Papierfabrik Albbruck einer der grossen Arbeitgeber unserer Region ist und wir dürfen auch die Tatsache nicht übersehen, dass viele der Angestellten nicht in Albbruck wohnen. Das bedeutet, dass der drohende Arbeitsplatzverlust eine Auswirkung für die ganze Region haben wird.
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Eine Auswirkung in mehreren Wellen
Die erste Welle wird die Beschäftigten treffen, ohne Zweifel ein Schlag ins Gesicht für all jene die gerade gebaut haben, Kinder gross ziehen oder kurz vor der Rente stehen. Doch vergessen wir nicht, dass hinter jedem Arbeitsplatz auch Familien stehen. Diese werden nachhaltig von einer möglichen Schliessung beeinträchtigt.
Die hohen Lebenshaltungskosten unserer Region sind dann schwerlich zu ertragen. Auch der drohende Kaufkraftverlust unserer Region durch das Wegbrechen der Nachfrage nach Gütern wird sich auf den Einzelhandel negativ auswirken. Was zurzeit durch den starken Franken absorbiert wird, wird kein Dauerzustand bleiben. Wenn der Kurs sich bei realistischen 1,30 einpendelt werden wir schnell merken, dass sich etwas verändert hat in unserem Landkreis.
Das Argument der schnellen Eingliederung in neue Arbeitsverhältnisse kann, angesichts der Einmaligkeit der Papierfabrik in unserer Region nicht ohne gravierende, tiefgreifende Veränderungen der Sozialstruktur geschehen, heisst: Familien werden gezwungen sein, ihre Zelte hier abzureisen und andern Orts aufzuschlagen, mit allen Konsequenzen für die zügelnde und die hier bleibenden.
Was also tun?
Wachsam sein. Wir leben in einer schnellen Welt. Entscheidungen werden schnell getroffen. Die Tatsache, dass weder der Betriebsrat noch der Bürgermeister, noch Landrat und Mandatsträger im Vorfeld informiert wurden, zeugt davon, dass hier eine Sache schnell beendet werden soll. Die Schliessung zum 01. Januar 2012, also vier Monaten, ist am Schreibtisch gefällt worden. Zahlen wurden durch Excel-Formeln gejagt, sodass am Ende die gewünschte Profitrate rauskommt. Effizienzsteigerung für einen Konzern auf Kosten einer ganzen Region. Einem Unternehmen, das noch im letzten Jahresabschluss satte Gewinnraten verzeichnen konnte. Das langfristige Ziel des UPM Konzernes ist es, den Markt dahingehend zu beeinflussen, dass der Preis für die Tonne Papier steigt. Mit der Übernahme und einer realisierten Schliessung des Werkes Albbruck wäre dies ein Schritt in diese Richtung. Geplant sind weitere Schliessungen von Papierfabriken.
Wir sind gefragt Solidarität mit den Angestellten und Arbeitern zu zeigen. Versuchen das scheinbar unmögliche zu erreichen, Beschäftigung und Lebensqualität unserer Region zu bewahren. Den Betriebsrat und Gewerkschaft in ihren Verhandlungen durch öffentlich-friedlichen Protest für das Wohl der Arbeitenehmer zu unterstützen.
Manuel Knapp
SPD Ortsvereinsvorsitzender Bad Säckingen.
